Apple – Zu simple Baukasten-Apps sind unerwünscht

AppStore VerbotNachdem von Apple erst vor kurzen mit dem Rotstift im App Store gewütet wurde und alle Apps die man als zu freizügig ansah entfernt wurden, geht es nun einer weiteren Kategorie von Apps an den Kragen.

Dieses mal hat es Apple auf Baukasten-Apps abgesehen. Diese Apps werden mit Hilfe von Vorlagen erstellt und sind vom Funktionsumfang meist eher gering. Viele Apps sind nicht mehr als ein simpler RSS-Feed oder eine “glorified Business Card”. Die Funktionen könnte man an sich auch leicht per Web-App realisieren und eine eigene App scheint nicht wirklich notwendig zu sein. Und genau solche Apps werden nun reihenweise abgelehnt.

Dabei hat Apple nichts per se gegen solche Baukastensysteme, jedoch müssen Apps einfach mehr bieten um zugelassen zu werden. TechCrunch hat sich daraufhin mit den Entwicklern in Verbindung gesetzt und ein paar Details in Erfahrung bringen können.

So berichte man bei Appmakr, dass man von Apple Tips bekommen habe welche Erweiterungen beispielsweise gut wären und womit man die Zulassung zum AppStore schaffen würde. Bei Appmakr baut man nun z.B. “In-App Einkaufe”, Notifications, einen Offline-Zugriff und auch einen Landscape-Modus ein. Damit erreichen die Apps von Appmakr das von Apple geforderte Mindestmaß an Extrafunktionalität und werden auch wieder zugelassen. Bei Appmakr hofft man sogar darauf, dass Apps die mit dem Baukastensystem erstellt worden sind schneller durch den Zulassungsprozess kommen als selbst-programmierte Anwendungen.

Medialets CEO Eric Litman versucht eine Erklärung für das Vorgehen von Apple zu nennen. Er sieht vor allem den ewigen Kampf zwischen Wachstum und Innovation und der gleichzeitigen Kontrolle der “User Experience” als Hauptgrund für das Vorgehen von Apple. Für Apple sind die Apps und der Store ein wichtiges Feature welches potentielle Kunden vom Kauf eine iPhones/iPods/iPads überzeugt und wenn der Store von Anwendungen mit geringen Funktionsumfang überschwemmt wird, dann leidet auch die Wahrnehmung bzgl. der Qualität beim Kunden.

Für die Entwickler gäbe es nur eine Möglichkeit sich vor dem Rotstift zu retten. Diese bestünde in der Entwicklung flexiblerer Plattformen die mehr Features bieten und die damit den “konstruierten” Anwendungen einen zusätzlichen Nutzen für den Kunden integrieren. Versäumt man dies, so werden diese Unternehmen nicht mehr lange auf dem Markt sein. AppLoop, der erste Anbieter eines App-Builders ist z.B. schon nicht mehr auf dem Markt vertreten.

Bei der Frage ob diese Maßnahme gerechtfertigt ist, werden sich die Geister sicher scheiden. Ich für meinen Teil begrüße diese Beschränkung von Apple. So kann man es vielleicht endlich erreichen, dass die Qualität im App Store wieder zunimmt und man nur noch Anwendungen findet die zumindest ein paar nette Features anbieten. Mehr Klasse statt Masse dürfte dem App Store sicherlich nicht schaden. Nur für Entwickler zeigt diese Vorgehen von Apple einmal mehr, dass es keine Sicherheit gibt. Einmal zugelassen bedeutet noch lange nicht eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis im Store und sollte man bei Apple einmal die Meinung ändern, dann kann dies sehr schnell zum Ausschluss des eigenen Apps führen.

via TechCrunch

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2 Kommentare zu “Apple – Zu simple Baukasten-Apps sind unerwünscht”

  1. … oh, oh, ob Gullis neues App diese Säuberungsaktion übersteht?

    Aber Apples Vorgehen ist schon richtig. Ohne Qualitätskriterien und ohne Kontrolle verkommt alles nur zu einer Werbeplat(t)form mit SEO-Spielplatz. Klasse statt Masse – das würde man sich auch in anderen Web-Bereichen wünschen.

  2. @Artesia

    Das gulli:news App war auch mein erster Gedanke :D Wenn wirklich in der nächsten Version Push kommen sollte oder die Möglichkeit zu kommentieren, dann dürfte es gute Chancen haben auch weiterhin zu überleben.

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